1964
Der Anfang
Kindheit & Jugend
Am 26. Oktober 1964 kommt in Obertshausen, einer kleinen Stadt im hessischen Kreis Offenbach,
ein Kind zur Welt das mal die Clubszene dieser Welt verändern wird. Noch weiß das natürlich niemand.
Sven Väth wächst in einfachen Verhältnissen auf, sein Vater betreibt eine Bar – die "King Creole" –
und dort, zwischen Erwachsenen, Musik und dem Geruch von Zigarettenrauch, entsteht die erste Faszination.
Als Teenager ist Sven alles andere als ein Musterschüler. Ihn interessiert vor allem die Musik,
die Nächte, die Energie. Er jobbt in verschiedenen Clubs, hört alles auf was Rille hat – Funk,
Disco, frühe elektronische Musik – und entwickelt ein Gehör das ihn von anderen unterscheidet.
Kein angelerntes Wissen. Eher ein Gefühl, das man kaum beschreiben kann.
1981
Die ersten Decks
Erste Schritte
Mit Anfang Zwanzig beginnt Sven ernsthaft aufzulegen. Er jobbt als Discjockey in verschiedenen Clubs
rund um Frankfurt und Offenbach – nicht immer glamourös, aber er lernt das Handwerk von der Pike auf.
Die Mischpulte damals sind noch klobige Ungetüme, die Plattenkoffer schwer und die Erwartungen hoch.
Sven lernt schnell. Sehr schnell.
Was ihn auszeichnet ist nicht nur technisches Können – das ist Vorausetzung, nicht Qualitätsmerkmal.
Es ist sein Gespür für die Crowd, für den Moment, für den einen Track der genau jetzt kommen muss.
Das kann man nicht lernen, das hat man oder nicht. Sven hat es.
1988
Das Omen
Die Legende beginnt
1988. Frankfurt. Die Bockenheimer Landstrasse. Hier öffnet das Omen seine Türen – und Sven Väth
ist von Anfang an dabei. Nicht nur als Resident-DJ, sondern als die Seele des Clubs.
Das Omen wird in den nächsten zehn Jahren zum wichtigsten Club Deutschlands.
Vielleicht sogar Europas.
Hier legen auf: Richie Hawtin, Jeff Mills, Carl Cox, Derrick May. Hier versammeln sich die Köpfe
der globalen Techno-Bewegung. Und mittendrin steht Sven, macht das Licht aus und lässt die Musik
für sich sprechen. Jedes Wochenende. Zehn Jahre lang.
Wer damals im Omen war der versteht den Begriff "historisch" auf eine Art die sich nicht mit
Wikipedia-Artikeln erklären lässt. Das muss man gefühlt haben.
1992
Eye Q & Harthouse
Eigenes Label
Gemeinsam mit Rolf Ellmer gründet Sven das Label Eye Q Records – und kurz darauf das Sublabel Harthouse.
Beide Labels prägen den sogenannten "Frankfurt Sound", eine eigene Spielart von Techno und Trance,
die weltweit auf Resonanz stößt. Releases von Hardfloor, The Art of Trance oder Rolf Ellmer himself
werden Klassiker. Kein Zufall – gute Musik bleibt nunmal gut.
In dieser Zeit entstehen auch Svens eigenige Produktionen unter verschiedenen Pseudonymen.
Der Frankfurt Sound ist nicht nur ein Stil – er ist eine Haltung. Dunkel, wuchtig, emotional.
Genau das was die Clubs damals brauchten.
Nach dem Ende des Omen 1998 kommt kurz eine Phase der Stille – und dann, 1999, der nächste große Wurf.
Sven gründet Cocoon. Erst als Event-Brand, dann als Label, dann als Club. Das Cocoon im Amnesia auf Ibiza
wird zur Institution. Jeden Montag. Saison für Saison.
Was Sven hier aufgebaut hat ist einzigartig. In einer Branche die sich alle drei Jahre neu erfindet
hat er ein Projekt am Leben gehalten das heute noch genau so relevant ist wie damals.
Das Cocoon-Label hat über die Jahre Hunderte von Releases veröffentlicht und bleibt eine der
wichtigsten Adressen für elektronische Musik.
HEUTE
Die Legende lebt
Immer noch aktiv
Sven Väth ist heute 60 Jahre alt und spielt immer noch Sets die jüngere DJs alt aussehen lassen.
Er ist nicht auf Social Media grossen Spektakel aus – er ist auf der Bühne.
Auf Festivals wie dem Awakenings, in Clubs auf der ganzen Welt, bei Cocoon-Events die ausverkauft sind
bevor man überhaupt fertig gelesen hat worum es geht.
Was ihn nach all den Jahren noch antreibt? Schwer zu sagen. Vielleicht die Musik selbst.
Vielleicht die Menschen die vor ihm tanzen. Vielleicht einfach weil er nicht anders kann.
Und ehrlich gesagt – soll er bitte nie aufhören.
„Musik gewinnt immer." – Sven Väth